Wildkräuterbutter selbst herstellen

Dafür braucht man nicht viel: ein Päckchen Schlagsahne, ein sauberes Einmachglas, das von allen Etiketten befreit ist, ein Brettchen und ein Messer zum Kräuterschneiden. Der beste Platz ist an einem Brunnen oder an einer Quelle, dann hat man gleich sauberes Wasser und muß es nicht mitschleppen. Im Rucksack sollte ein Sieb sein ( kein Plastik, das ist nicht stilecht ), wenn möglich ein Küchenhandtuch und 1-2 frische Baguette/ein Bauernbrot, je nach Geschmack.

Als Wildpflanzenguide verbinde ich das Herstellen der eigenen Butter selbstverständlich mit einer Wildkräuter-Wanderung, bei der sich die TeilnehmerInnen selbst die Wildkräuter suchen, die wir verarbeiten wollen, zum Beispiel Gundermann, Mädesüß, Brunnenkresse, Knoblauchsrauke, Giersch, Spitzwegerich, ein bißchen weiße Taubnessel, etwas Löwenzahn und vielleicht noch Sauerampfer und Schafgarbe, je nach Jahreszeit.

Vergißmeinnicht und Kuckuckslichtnelke hier im Bild sind natürlich nur Deko.

Nun kommt die Sahne ins Spiel. Sie wird in das Einmachglas gegeben ( eventuell mehrere kleine Gläser, gerade wenn das Publikum aus Kindern besteht und jeder Butter schütteln will ) und wird - geschüttelt. Das Glas darf aber nicht zu voll sein, sonst kann die Sahne nicht richtig anschlagen. Halb voll reicht vollkommen.

Bei Erwachsenen kann man das auch gerne beim Wandern tun, einige TeilnehmerInnen wechseln sich mit dem Einmachglas ab, eine andere Gruppe sucht inzwischen die Wildkräuter. Irgendwo an einem Brunnen ( vielleicht sogar mit Sitzgelegenheit ) geht es dann an die Arbeit, denn nach etwa 10 Minuten ist aus der Sahne im Einmachglas Butter geworden. Das sieht man jetzt ganz deutlich, am Anfang ist das Glas milchig-weiß und man kann gar nichts darin erkennen und nun nach 10 Minuten schütteln formt sich der Butterklumpen. Der schwimmt in Buttermilch und das Glas wird wieder durchsichtig.

Nun öffnet man den Deckel und gießt den Inhalt durch das Handtuch in das mitgebrachte Sieb. Wer mag, kann die Buttermilch gerne in einer Schüssel auffangen, sie schmeckt sehr frisch und ist nicht mit der aus dem Kühlregal zu vergleichen. 

Der Butterklumpen im Handtuch wird kurz mit klarem Wasser ( z.Bsp. aus der Quelle ) abgegossen und mit der Hand oder einer Gabel werden die inzwischen gewaschenen und zerkleinerten Wildkräuter untergemischt.

Alternativ kann man die Butter im Glas lassen, die Buttermilch abgießen und das Glas mit der Butter darin mit frischen Quellwasser/mitgebrachtem Wasser ausspülen, bis es klar ist und nicht mehr milchig.

Und dann hat man die eigene cremig-frische Butter vor sich. Entweder pur oder mit den gesammelten Kräutern bestreut/vermischt. Beides schmeckt sehr lecker zum Baguette/Bauernbrot. Natürlich kann man auch Blüten sammeln und genauso wie beschrieben eine Wildblütenbutter daraus zaubern.

Ob man die Kräuter vorher abwaschen mag oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Blüten dürfen auf keinen Fall vorher gewaschen werden, sie gehen kaputt und verkleben. Dann sieht es nicht mehr lecker aus.

Tip: eine kleine Salzdose habe ich immer dabei und stelle sie dazu, viele TeilnehmerInnen mögen Ihre Butter ein bißchen salzig. Falls Brunnenkresse bei den Wildkräutern ist, braucht man keinen Pfeffer mehr.

Mit Vergißmeinnicht und Kuckucks-Lichtnelke dekoriert - hier ohne Wildkräuter, so sieht man es besser

Der Rezeptvorschlag bezieht sich auf Schlagsahne/Süßrahmbutter. Die ideale Verarbeitungstemperatur der Sahne liegt bei 10-15 Grad.

Wildkräuterwanderung 30.07.2016

Und so sieht es dann bei einer Wildkräuterwanderung aus. Hier in Baiersbronn-Obertal am Brunnen im Buhlbachtal bei herrlichem Wetter und mit über 20 interessierten TeilnehmerInnen.

 

In der Seifenmanufaktur Nordschwarzwald

Naturseifen selbst herstellen - wie geht das? Ich habe nachgeforscht und war in der Seifenmanufaktur Nordschwarzwald bei Susanne Albert in Wörnersberg. Das Seminar ging etwa 9 Stunden verteilt auf 2 Tage und es hat richtig Spaß gemacht! Schaut Euch die Bilder an, dann seht Ihr, wie interessant es sein kann, seine (Natur-) Seife selbst herzustellen.

Die Seifenwerkstatt von Susanne Albert

Biodiversitätsbotschafter/in [NABU]

Bereits zum dritten mal führte der NABU Baden-Württemberg 2017 in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört die Ausbildung von Botschaftern der Artenvielfalt durch. Angeboten wurden 6 Themenabende und 5 Exkursionen, um das nötige Handwerkszeug als Botschafter der biologischen Vielfalt zu erwerben.

Das Rheintal ist mit dem Schwarzwald eng verknüpft und bietet eine beeindruckende Vielfalt an Lebensräumen und Arten. Wolf & ich waren für die NABU Ortsgruppe Freudenstadt mit dabei.

Die Schutzgebietsbetreuerin Marianne Leis-Messer vom NABU Baden-Baden/Sinzheim mit einer weiblichen Grille

( Exkursion vom 13.05.2017 in die Sandheiden und Binnendünen bei Sandweier/Baden-Baden, links im Bild Lehrgangsleiter und Wildbienenexperte Martin Klatt vom NABU Rastatt ).

Bündner Strahlenziegen helfen bei der Beweidung der Magerwiesen. Der Ursprung dieser alten Schweizer Gebirgsziegenrasse liegt im Kanton Graubünden.

Schäfer Alexander Müller gab uns einen kleinen Einblick in seine Arbeit. Im Sommer ist die Wanderschäferei bei uns im Nationalpark rund um den Schliffkopf unterwegs.

NABU-Exkursion in die Saalbachniederung 24. Juni 2017

Franz Debatin vom NABU Hambrücken

In den Biodiversitäts-Hotspot Saalbachniederung bei Hambrücken ging die ornithologische Exkursion mit Martin Klatt als Lehrgangsleiter und Franz Debatin als NABU-Schutzgebietsbetreuer. 

Eisvogel & unzählige Entenarten ( auch mehrere Nilgänse waren da ), Rohrweihen und Rotmilane am Himmel sowie das Nest eines Purpur-Reihers im Spektiv prägten den Ausbildungsblock "Kinzig-Murg-Rinne".

Wildkräutergenuß on Tour 17.06.2017 in Baiersbronn

Zum ersten Mal wurde Klosterreichenbach ( ein Ortsteil von Baiersbronn ) im Juni 2017 zum Treffpunkt für Wildkräuter-Liebhaber. Gemeinsam mit den 8 Baiersbronner Wildkräuterwirten gestaltete die Gemeinde Baiersbronn eine Wanderung mit kulinarischen Überraschungen an fünf Stationen. Von Wildkräutersalat mit Blüten bis zum Hirschragout mit Brennesselspätzle konnten die Teilnehmer die Landschaft "erschmecken". 
Geführt von uns Wildkräuterguides und Naturpädagogen erwanderten sich die Gäste eine kulinarische Station nach der anderen, bis am Ende der ca. 6,5 km langen Wanderung ein komplettes 5-Gänge-Menü genossen worden war. Ein Naturmarkt mit regionalen Produkten an Start und Ziel im Kurpark ergänzte das Angebot. Das Wetter war traumhaft und es kamen ca. 250 Gäste. "Meine" Gruppe mit meiner Naturpädagogen-Kollegen Anja bestand aus 34 Teilnehmern und natürlich standen die Wildkräuter, die es an der nächsten Station zu genießen gab, im Vordergrund ;)

Neues Wasser für eine alte Kulturlandschaft

Wiederbelebung ehemaliger Bewässerungsgräben und Überflutungsflächen - NABU-Exkursion in den Bereich des Speyerbachs bei Geinsheim am 09.07.2017

Nördlich von Geinsheim, zwischen Neustadt/Weinstraße und Speyer, durchfließt der Speyerbach vom Pfälzerwald kommend das Naturschutzgebiet Lochbusch-Königswiesen.

Es ist das Gebiet der ehemaligen Wiesenbewässerungsgenossenschaft Geinsheim.

In den letzten Jahrzehnten verfielen die Auslassbauwerke, die Gräben trockneten aus und typische Tier-und Pflanzenarten der Feuchtgebiete verschwanden. Ehemals vorhandene Brutvorkommen der Bekassine oder des Großen Brachvogels sind längst verschwunden.

Dank der Vorarbeiten des NABU Neustadt/Weinstraße können nun mit Hilfe des Projektes Lebensader Oberrhein wieder mehr als 500 Millionen Liter Wasser in das über 10km lange Grabensystem und die damit verbundenen Lebensräume geleitet werden. Der vor etwa 200 Jahren stillgelegte Bachlauf mit seinen Überflutungsgebieten, Wasser- und Stromtalwiesen sowie Bruch- und Sumpfwäldern gehört zu den ökologisch wertvollsten Flächen im Projektgebiet Lebensader Oberrhein.

Ein Klick auf das Bild führt direkt zum Projekt.

Das war die letzte Exkursion für meine Ausbildung zum Botschafter der Artenvielfalt beim NABU. Die Examensarbeit ist abgegeben, im Oktober erfolgt ( hoffentlich ) die feierliche Ernennung/Zertifikatsverleihung ;)

Und es ist vollbracht. Hier sind wir, die frischgebackenen Biodiversitätsbotschafter im NABU, Jahrgang 2017. Insgesamt 75 Botschafter der Artenvielfalt wurden im Rahmen des Projektes Lebensader Oberrhein in den letzten 3 Jahren ausgebildet.

Links im Bild Lehrgangsleiter Martin Klatt. 

Der NABU Karlsruhe bietet regelmäßig geführte Wanderungen in die Hotspots der Artenvielfalt im Oberrhein an.

Grindenbeweidung am Schliffkopf

Schäferin Ute Svensson ist auch 2017 wieder mit ihren Schafen im Nationalpark unterwegs

Die Schafe leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt auf den Grinden. Maschinell mähen ist hier tabu. In kürzester Zeit hätte das Pfeifengras alles überwuchert - nur gut, daß es ausgerechnet den Schafen so gut schmeckt. So haben Heidelbeeren, Preiselbeeren und andere Zwergsträucher eine Chance zu überlegen, was die Artenvielfalt auf den Grinden erhöht, denn nicht nur die Auerhühner sind auf die Beeren angewiesen.

Foto: Evi Seeger

Wildbiene des Jahres 2017

Foto: Hans-Richard Schwenninger

Rund ein Drittel unserer Wildbienen ist beim Blütenbesuch sehr anspruchsvoll. Die Knautien-Sandbiene ist eine besonders hübsche Wildbiene und ein Beispiel dafür, daß manche Bienen ohne "ihre" Pflanzen nicht existieren können. Die Knautie kennen wir auch unter der Bezeichnung "Witwenblume". Wer mehr darüber wissen möchte, einfach auf das Bild klicken.

Wildbiene des Jahres 2018

Foto: Hans-Richard Schwenninger

Die Gelbbindige Furchenbiene ist die Wildbiene des Jahres 2018. Bis etwa 1990 lebte sie in Baden-Württemberg nur in warmen Lagen am südlichen Oberrhein.

In den letzten Jahren hat sich immer weiter Richtung Norden ausgebreitet und kommt sogar in den Mittelgebirgen in zunehmend höheren Lagen vor. Wer mehr über sie wissen möchte, einfach auf das Bild klicken.

Wildbiene des Jahres 2019

Die Senf-Blauschillersandbiene hat sich auf Ackersenf und andere Kreuzblütler spezialisiert ( Raps, Barbarakraut, Hederich beispielsweise ), deshalb kommt sie hauptsächlich in Ackerbaugebieten vor. Ihre Futterpflanzen waren früher häufig an Wegrändern und Ackerbrachflächen anzutreffen - heute ist sie unter anderem in Baden-Württemberg stark gefährdet (Foto: R.Burger/IFAUN)

Distelfalter züchten

Distelfalter zu züchten macht einfach Spaß, nicht nur Kindern. Und dabei ist es so einfach - komplette Zuchtsets kann man beim BUND oder Hagemann bestellen, enthalten sind Raupen, eine kleine Voliere, Futter und natürlich eine Anleitung, wie es geht. Die Kosten halten sich in Grenzen, das Starterpaket kostet bei fast allen Anbietern um die 30.- Euro und Raupen kann man jederzeit nachbestellen.

Naturpädagogik-Seminar im Kloster Inzigkofen 2019

"Schmetterling flieg" - ein Seminar rund um Schmetterlinge mit pädagogischen Spielen für Kinder zum Thema Schmetterlinge, mit Bastelarbeiten und Spielen, aber auch mit Bestimmungsübungen und Artenkunde, das gibt es nur im Kloster Inzigkofen bei Sigmaringen fünf Minuten Fußweg von der Donau entfernt. Die Referentin ist Angela Klein, sie ist auch Buchautorin und es war die Reise wert!

Löwenzahngelee selbst herstellen

Löwenzahn wächst ja wirklich in jeder Ecke - und er schmeckt so richtig lecker als Brotaufstrich. Mit Kindern kann man natürlich keine raffinierten Rezepte ausprobieren, allein schon "über Nacht in den Kühlschrank stellen" funktioniert oft nicht, aber mein Grundrezept kommt immer gut an. Man braucht dazu nur Löwenzahn, eine Zitrone, Wasser und Gelierzucker.

Etwa 125 gramm Löwenzahnblütenblätter, 300 gramm Gelierzucker, 300 ml Wasser, eine Zitrone und wahlweise eine Orange ( in Stücke schneiden und mit aufkochen - schmeckt echt lecker ) ergeben zwei so große Gläser voll Löwenzahngelee aus dem eigenen Garten oder von der Wiese. Guten Appetit ;)

Projekt "Natur nah dran" [NABU]

Im Januar 2018 nahmen Wolf & ich an den Naturschutztagen in Radolfzell am Workshop "Natur nah dran - biologische Vielfalt in den Kommunen fördern" teil.

Eine gute Sache - ein Klick auf das Bild führt Euch zu der NABU-Homepage, wo Ihr mehr über das Projekt erfahren könnt.

Hier der Workshop mit Martin Klatt ( Projektleitung ). An der Pinnwand vorne unsere Ideensammlung von blühenden Verkehrsinseln, bunten Randstreifen an den Straßen und artenreichen Wildbienenwiesen auf Gemeindegrundstücken - und die Zahl der Gemeinden, die sich an dem Projekt beteiligen, nimmt stetig zu.

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© Roger Cornitzius